Qualifizierte Tagespflegeperson

 

Janka Marek

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Da die Sprache die wichtigste Grundlage der Kommunikation mit anderen Menschen und somit unerlässlich für ein gesellschaftliches Leben ist, brauchen Kinder Zeit und Raum, um Sprache als Mittel der lebendigen Kommunikation zu erfahren.

Die Entwicklung und Nutzung der Sprache unterstütze ich, indem ich den Kindern grundsätzlich viele sprachliche Reize biete. So benenne ich Gegenstände und meine und die Handlungen der Kinder während ganz alltäglicher Vorgänge wie zum Beispiel "Ich nehme jetzt den Ball und stecke ihn hier oben in die Röhre. Mal schauen, wo der Ball wieder herauskommt" oder "Du setzt dir schon die Mütze auf den Kopf. Möchtest du spazieren gehen?". Doch auch kleine Sprachrituale wie zum Beispiel "Piep, piep, piep, guten Appetit", die die Mahlzeiten ankündigen, regen zum Nachsprechen an. Die Kinder verfolgen neugierig mein oder ihre eigene Handlungen und die dazugehörigen Wörter und entwickeln so ein Verständnis für die Zusammenhänge der Gegenstände mit der Sprache und die rhythmischen Strukturen einer Sprache.

Nach Jean Piaget, dem bedeutendsten Entwicklungspsychologen des 20. Jahrhunderts, basiert die intellektuelle Entwicklung auf einer guten Entwicklung der Wahrnehmung (senso) und der Bewegung (motorik). Die sogenannte Sensomotorik ist somit der Grundstein für die Sprachentwicklung, der in den ersten beiden Lebensjahren gesetzt wird. Nur ein Kind, das seinen eigenen Körper spürt und sich durch diesen auch ausdrücken kann, wird später bereit sein, sich anderen Menschen auch in gesprochener Form mitzuteilen.

Ich achte darauf, dass die Kinder Blickkontakt zu mir haben wenn ich mit ihnen spreche, damit sie mir beim Sprechen auf den Mund schauen können und so ganz genau meine Lippenbewegungen studieren können. So sehen sie ganz genau, dass mein Mund ganz rund aussieht wenn ich ein "O" spreche, aber wie eine waagerechte Linie aussieht wenn ich ein "M" formuliere.

Förderlich hierfür sind auch Übungen vor einem Spiegel. Stellen wir uns gemeinsam vor den Spiegel können die Kinder die eigene Mundmotorik und die der anderen beobachten und vergleichen. Durch Nachahmen des Gesehenen und des Gehörten festigt sich langsam das Verständnis für Sprache.

Außerdem lassen sich vor einem Spiegel Pusteübungen machen, die die Koordination der Atmung trainiert. So finden bereits Einjährige große Freude daran, den Spiegel anzuhauchen und anschließend darin mit ihren Fingern zu malen. Weitere wichtige Übungen, die die Beweglichkeit, Koordination und Geschicklichkeit der Lippen und Zunge verbessern, lassen sich mit Seifenblasen, Federn, Watte, Papier, Pusteblumen usw. umsetzen. Hier merken die Kinder, dass bereits geringe Unterschiede in der Intensität der ausgeatmeten Luft große Unterschiede in der Wirkung haben können. Indem sie im Spiel üben, lernen sie die Dauer und Stärke des Luftstroms zu steuern.

Ein wichtiges Mittel, um Rhythmus und Lautstärke in der Sprache zu begreifen, bieten Musikinstrumente. Mithilfe von Trommel, Rassel, Flöte usw. wird das Hören, im speziellen das Richtungshören und das Gefühl für Rhythmus gefördert - unerlässlich für den Gebrauch von Sprache. Zusätzlich zum Gebrauch der Musikinstrumente wirkt das Begleiten der Musik durch Singen und überaus positiv auf die Sprachentwicklung aus.

Indem wir regelmäßig musizieren und singen und somit jedes Kind die Möglichkeit hat, verschiedene Musikinstrumente sowie seine Singstimme zu gebrauchen, fließt dieses "Sprachtraining" ganz spielerisch in den Alltag hinein.

Die Förderung der Grobmotorik kann durch Bewegungsspiele geschehen, in denen wir beispielsweise wie eine Löwenfamilie durch den Garten wandern und brüllen oder wie eine Dampflok durch das Wohnzimmer "zischen". Genauso wichtig ist es aber auch, den freien Bewegungsdrang jedes Kindes zu unterstützen. Hier sind Matratzen oder ein Trampolin zum Hüpfen und Schaukeln und Wippen förderlich um den eigenen Körper wahr zu nehmen und die Grobmotorik zu trainieren.

Um die Entwicklung der Feinmotorik zu unterstützen, biete ich den Kindern viel Möglichkeiten zu matschen und kneten, da dies die Muskulatur der Hände trainiert. Neben dem Gebrauch von handelsüblicher Knete oder Salzteig kann auch das Zubereiten des Keksteiges während der Weihnachtszeit oder das Graben in der Gartenerde, wenn wir beispielsweise Schnittlauch oder Kresse im Garten säen, genutzt werden.

Doch auch Kuschelecken aus Matratzen, Decken und Kissen fördern die positive Sprachentwicklung. Sie bieten einen idealen Raum, sich zurückzuziehen um Bilderbücher anzuschauen und darüber zu sprechen. Besonders zurückhaltende Kinder können diese Rückzugsorte außerdem nutzen um einfach auch mal leise etwas auszudrücken, was sie sich sonst nicht trauen zu sagen. Hier kommen auch Finger- und Handpuppen zum Einsatz, die ein wunderbares Mittel sind, um Dialoge anzuregen und Hemmungen abzubauen.

Durch Wiederholen und positives Bestärken fordere ich die Kinder ganz nebenbei immer wieder auf, die Macht der Sprache zu nutzen und ihren Wortschatz zu vergrößern.
Mein Ziel ist es, eventuell auftretenden Sprachentwicklungsstörungen vorzubeugen beziehungsweise bestehenden Sprachentwicklungsverzögerungen durch spielerisches Sprachtraining entgegenzuwirken.